Hermes Personalberatung AG
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GRIECHISCHE MYTHOLOGIE:
DER GOTT HERMES

Die Namensgebung der Hermes Personalberatung gründet auf dem griechischen Gott Hermes. Er ist der Götterbote in der griechischen Mythologie, also einerseits der Kurier unter den Göttern, andererseits der Vermittler zwischen Göttern und Sterblichen. Aber Hermes hat noch viele weitere Facetten, wie wir dem folgenden Abriss entnehmen können:

Etymologie
Der Name Hermes (Griechisch: Ἑρμῆς) wird auf das griechische Wort herma (ἕρμα: Stein, Fels) zurückgeführt, das einen Felsen oder einen Steinhaufen am Wegrand bezeichnet. Solche Steinhaufen wurden als eine Art Wegweiser errichtet, um Wanderern zu signalisieren, dass sie sich nicht verirrt hatten und immer noch auf dem rechten (damals oft noch nicht so eindeutig erkennbaren) Weg waren. Jeder Passant legte selbst einen Stein dazu, so dass die hermai stetig grösser und schon von weitem sichtbar wurden; später wurden an ihrer Stelle auch Steinsäulen oder –pfeiler errichtet.
Die Begriffe Hermeneutik und hermetisch haben ihren Ursprung im Namen des Gottes Hermes. Als Hermeneutik wird die Interpretation von Symbolen bezeichnet, ursprünglich insbesondere die Auslegung von rätselhaften Weissagungen, wie sie z.B. vom delphischen Orakel gemacht wurden, oder die Übersetzung von göttlichen Weisungen für die Ohren der Menschen. Hermetisch wird in der Bedeutung von “undurchdringlich” benutzt und bezog sich ursprünglich auf die Schriften des Hermes Trismegistos (einer Verbindung von Hermes und dem ägyptischen Gott Thot), die geheimes (alchemistisches) Wissen enthielten und sehr schwer verständlich, also für den Verstand "undurchdringlich" waren. Heute wird der Begriff nach wie vor für "unverständlich" oder "verschlüsselt", aber auch – in der Chemie – mit der Bedeutung "luftdicht" verwendet.

Charakter und Aufgabe im Pantheon
In erster Instanz ist Hermes ein Gott der Grenzbereiche und der Lüfte bzw. des Windes. Oft wird er mit geflügelten Schuhen oder geflügeltem Hut dargestellt: Wie der Wind kann er fliegen, er ist schnell, kraftvoll und gewandt. Daraus ergibt sich seine Funktion als Gott des Wetters: Der Wind bewegt die Wolken, bringt Wetterveränderungen und beeinflusst damit die Fruchtbarkeit der Pflanzen.
Hermes wacht über Helden, die unter göttlichem Schutz stehen, und begleitet als Gott der Grenzbereiche Reisende (oft wird er mit dem petasos, einer Art Filzhut, der von Wanderern und Boten getragen wurde, abgebildet) – nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser. Da in der Antike der Handel im grösseren Stil auf dem Seeweg erfolgte, wurde Hermes besonders auch von den Kaufleuten verehrt.
Ebenso, wie er Reisende unterstützt, geleitet er die Seelen von Verstorbenen auf ihrer Reise in die Unterwelt – ein Grenzbereich besonderer Art. Hermes ist es auch, der die von Hades entführte Persephone aus der Unterwelt zurückbringt. Da Träume eine ähnlich ungreifbare Sache sind wie die Seele und weil der Schlaf mit dem Tod in Verbindung gebracht, ja gar als sein Bruder angesehen wurde, gilt Hermes auch als Gott des Schlafes und der Träume.
Hermes' heute bekannteste Aufgabe ist die des Vermittlers zwischen der Sphäre der Götter und der der Menschen. Er wird von den anderen Göttern, vor allem von Zeus, als Bote und manchmal auch als Diener eingesetzt. In dieser Funktion überbringt er den Menschen Botschaften und Anordnungen der Götter, manchmal wird er auch ausgeschickt, wenn es ein Götterkind zu retten gilt.
Eine weitere Eigenschaft des Gottes ist seine Schlauheit. Hermes wird als findig, als trügerisch, manchmal gar als diebisch dargestellt. Nicht nur stahl er die Rinder Apollos, er erfand auch verschiedene Musikinstrumente, unter anderem die Lyra.

Mythologie
Der Hermeskult ist einer der ältesten griechischen Götterkulte. So ist es nicht erstaunlich, dass Hermes in vielen Geschichten der griechischen Mythologie eine Rolle spielt.
Bereits am Tag seiner Geburt, so wird erzählt, kletterte Hermes in einem unbewachten Moment aus seiner Wiege, um seine Umgebung zu erkunden. Dabei stiess er auf die Rinderherde seines Bruders Apollon. Er entführte die Rinder, nachdem er ihnen Zweige um die Hufe gebunden hatte: So machten sie keinen Lärm und hinterliessen keine Spuren. Hermes versteckte die Tiere in einer Höhle und tötete zwei von ihnen, um sie den zwölf olympischen Göttern (also unter anderem sich selbst) zu opfern.
Auf dem Weg zu seiner Wiege zurück begegnete Hermes einer Schildkröte. Er tötete sie und baute aus ihrem Panzer, zwei Zweigen oder Hörnern und sieben Saiten (aus den Därmen der geopferten Rinder) ein Musikinstrument – die Lyra war erfunden! Dann kletterte der kleine Gott in seine Wiege zurück und schlief ein. Wenig später kam der erzürnte Apollon vorbei. Er hatte den Diebstahl seiner Rinder bemerkt und erfahren, dass Hermes der Schuldige war – da dieser aber durch seinen schlauen Trick die Spuren der Rinder verwischt hatte, konnte Apollon sie nicht finden. Hermes' Mutter, die Nymphe Maia, konnte nicht glauben, dass ihr friedlich schlafendes Kind etwas mit dem Verschwinden der Rinder zu tun haben konnte, aber der aufgebrachte Apollon schleppte den jungen Übeltäter kurzerhand vor Zeus, wo der Streit beigelegt wurde. Indem er ihm auf dem neuerfundenen Instrument etwas vorspielte, besänftigte Hermes seinen Bruder, der ihm sogar seine Rinderherde im Tausch gegen die Lyra anbot.
Einige Zeit später entwickelte Hermes beim Hüten seiner Rinder auch noch die Syrinx, die Hirtenflöte, die er wiederum mit dem musikliebenden Apollo gegen dessen goldenen Stab eintauschte.

Als erwachsener Gott wurde Hermes einmal ausgesandt, um Io, eine Geliebte seines Vaters Zeus, zu retten. Zeus hatte sich in Io verliebt und sie, um sie vor dem Zorn seiner Gattin Hera zu beschützen, in eine Kuh verwandelt. Hera kam ihm aber auf die Schliche und verlangte die Kuh als Geschenk. Zeus wagte nicht, ihr den Wunsch abzuschlagen, und Hera beauftragte Argos, einen hundertäugigen Riesen, Io zu bewachen. Um sie aus dieser misslichen Lage zu befreien, verkleidete Hermes sich als Schafhirte, setzte sich zu Argos und spielte ihm auf der Syrinx so lange einschläfernde Melodien vor, bis dem Riesen alle hundert Augen zugefallen waren. Dann schnitt er ihm den Kopf ab und verhalf Io so zur Flucht.

Ovid berichtet in seinen Metamorphosen, dass Zeus und Hermes einst in Menschengestalt durch Phrygien wanderten und abends, müde und erschöpft, an viele Türen klopften und um ein Nachtlager baten. Überall wurden sie abgewiesen, bis sie schliesslich zu einer einfachen Hütte kamen. Dort wohnten Philemon und Baucis, ein greises Ehepaar, das zwar arm, aber tugendhaft war und so seine Armut ohne Klagen ertrug. Philemon lud die erschöpften Wanderer ein, ihre müden Glieder auszuruhen, während Baucis aus dem Wenigen, das sie hatte, ein schlichtes Nachtmahl bereitete. Redlich teilten die beiden Alten das spärliche Essen auf ihrem fadenscheinig gewordenen besten Tischtuch mit den beiden Göttern. Als sie aber bemerkten, dass der Weinkrug nicht leer werden wollte, erkannten sie, wer ihre Gäste wirklich waren, und flehten um Vergebung für ihre kärgliche Bewirtung.
Die Götter aber, die wohl erkannt hatten, dass Philemon und Baucis ihnen das Beste gegeben hatten, das sie besassen, gewährten den beiden zum Dank einen Wunsch. Das Paar beriet sich kurz und wünschte dann, ihren Lebensabend als Priester im Tempel des Zeus und des Hermes zu verbringen und dann gemeinsam zu sterben, damit nicht einer ohne den anderen leben müsse. Der Wunsch wurde ihnen erfüllt: Sie hüteten den Tempel bis ans Ende ihres Lebens und wurden dann, anstatt zu sterben, in zwei Eichen verwandelten, die noch viele hundert Jahre nebeneinander stehen sollten.

Text verfasst von stud. phil. Helena Müller (Basel)